Unerwarteter Besuch

 

 

 

Bei Familie Schmitt ging alles seinen gewohnten Gang.
Polli Tech „Techie“ 9 bewies seiner Frau mal wieder wie sehr er sie liebte...

 

 


 

 

 

 

...während Britta mal so ganz nebenbei zum Teenager mutierte.

 

 


 

 

 

 

Sie war sehr zufrieden mit sich. Bis auf die Frisur.
‚Zöpfe sind nicht mehr ganz das Wahre’ dachte sie sich und ging ins Bad.

 

 

 

 


 

 

Eine neue Frisur musste her, passend zum neuen Lebensabschnitt. Und als nächstes der erste Freund.
Eines nach dem Anderen...

 

 


 

 

 

 

Sie warf einen Blick aus dem Badezimmerfenster und sah jemanden auf ihr Haus zugehen.
„Ma, Pa, Jonny ist da! Er kommt uns besuchen!“ Britta stürzte nach draußen und fiel ihrem Bruder in die Arme.
„Endlich sehe ich dich mal wieder! Dein Studium hält dich ja ganz von uns ab...“

 

 


 

 

 

 

„Hallo Schwesterherz. Nicht nur mein Studium“ erzählte Jonny mit einem gequältem Lächeln.
„Was ist los? Ist etwas passiert?“ „Wie man es nimmt“ sagte Jonny. „Ist Pa da? Ich muss mit ihm reden...“

 

 


 

 

 

 

In diesem Augenblick kam Polli Tech nach draußen um seinen Sohn zu begrüßen.
„Na mein Großer? Hast dich tätowieren lassen, hmmm? Siehst ja wild aus...“
„Ich finds stark“ meinte Britta. „Hab ja nichts dagegen“ lachte Polli Tech. Du weißt schon was du tust.“

 

 

 

 


 

 

„Manchmal bin ich mir da nicht sicher“ meinte Jonny. Polli Tech verstand nicht was sein Sohn meinte.
„Was ist los? Läufts nicht auf dem College? Hast du Geldsorgen?“ Jonny schüttelte den Kopf.
„Nein, nichts dergleichen. Können wir reingehn? Ich möchte nicht auf offener Straße darüber reden.“

 

 

 

 


 

 

Vater und Sohn setzten sich auf die kleine Couch im Fernsehzimmer. Mutter Jenny hörte vom Esstisch aus zu.
„Nun schieß los Kleiner“ meinte Polli Tech. „Wo drückt der Schuh?“
„Vater, ich... ich habe mich verliebt.“

 

 

 

 


 

 

„Das ist doch was Schönes“ tönte Jenny aus dem Hintergrund. „Schatz bitte“ warf Polli Tech dazwischen.
„Das ist ein Männergespräch.“ Jenny widmete sich kopfschüttelnd ihrem Rätsel.

 

 

 

 


 

 

„Also gut, du hast dich verliebt. Mutter hat recht, das ist eigentlich kein Grund traurig zu sein. Also was ist los?“
„Ich glaube ich habe etwas Dummes gemacht“ seufzte Jonny.
„Ich dachte es sei das Richtige... Aber jetzt fühle ich mich so schlecht... ich glaube es war ein großer, dummer Fehler...“

 

 

 

 


 

 

„Jetzt mal langsam. Was hast du gemacht? Und um wen handelt es sich überhaupt?“ fragte Polli Tech verwirrt.
„Sagte ich das nicht.... es ist Theo Grunz....“

 

 

 

 


 

 

„WAS DER? Der Sohn von diesem versoffenen General? Der sich ständig mit dir geprügelt hat?
Ausgerechnet DER?“ Polli Tech war entsetzt.
„Wie konnte das denn passieren?“

 

 


 

 

 

 

„Ich weiß nicht, es ist einfach passiert...“ verteidigte Jonny sich.
„Außerdem hat er sich so verändert... glaub mir er ist jetzt ganz anders... so weich, so verletzlich... so...“

 

 


 

 

 

 

„Du bist schwer verliebt, wenn du so von ihm sprichst“ lenkte Polli Tech ein. „Ja, das bin ich“ gestand Jonny.
„Und was ist daran so falsch? Ich weiß immer noch nicht wo dein Problem liegt.“
„Das ist doch das Problem. Ich liebe ihn. Und aus diesem Grund will ich nicht mit ihm zusammen sein.“

 

 

 

 


 

 

Das war jetzt zuviel für Polli Tech. „Moment. Du kannst nicht mit ihm zusammen sein, weil du ihn liebst?
Was für eine Logik ist das denn?“ „Vater du verstehst nicht! Denk doch mal an seinen Vater! Der ist nicht wie du!
Ihr habt mit keiner Wimper gezuckt als ihr eben gehört habt das ich schwul bin. Aber ich bezweifle das Theos Vater so reagiert!
Ich will nicht das Theo etwas passiert, kapierst du das nicht?“

 

 


 

 

 

 

Jenny setzte sich zu ihrem Sohn. „Hört auf zu streiten ihr zwei. Wir verstehen dich sehr gut, mein Schatz.
Und wir finden es auch wunderbar das du dich so um Theo sorgst. Wie denkt er denn darüber? Weiß er von deinen Gefühlen?“
Jonny nickte stumm. „Und erwidert er sie?“ fragte Jenny sanft. Jonny schluckte.
Ihre Küsse kamen ihm wieder in den Sinn und er versuchte krampfhaft nicht noch grüner zu werden...

 

 


 

 

 

 

„Ja“ antwortete er leise. „Er liebt mich auch...“ „Aber das ist doch wunderbar, Liebling. Und mach dir keine Sorgen wegen uns.
Du hast gehört das dein Onkel Pascal heiraten wird? Einen Mann! Es liegt in der Familie“ lächelte Jenny.
Jonny lächelte traurig zurück. „Soweit wird es bei uns nicht kommen...“ „Warum nicht?“
„Ich habe ihn abgewiesen. Ich habe ihm gesagt das ich um seinetwillen nicht mit ihm zusammensein kann...“

 

 

 

 

 

 

 


 

“Bei Jupiter, Sohn, warum hast du das getan?“ fragte Polli Tech aus dem Hintergrund.
Jenny stand auf. „Du hast ihn  gehört. Weil er sich um seinen Schatz sorgt. Weil er ihn liebt.“
„Ja schon! Aber habt ihr mal dran gedacht was Theo dazu meint? Meint ihr nicht das auch er ein Recht hat etwas dazu zu sagen?“
Jonny war bestürzt. So hatte er es nicht gesehen. Er hatte Theo total übergangen.

 

 

 


 

 

Polli Tech baute sich vor seinem Sohn auf. „Sohn, versteh mich nicht falsch.
Ich bin sehr stolz auf dich wenn ich sehe wie du dich entwickelt hast, stark, klug, mutig. Und du hast ein gutes Herz.
Aber du quälst nicht nur dich, du quälst auch den, den du liebst, der dich liebt. Und das ist sehr ungerecht und egoistisch!“
„Aber Vater, ich wollte doch nur das Beste...“

 

 


 

 

 

 

„Ja, ich weiß. Aber in so einem Fall ist das Beste nicht das Richtige, verstehst du. Ihr seid erwachsen.
Ihr müsst selbst entscheiden und zu euren Entscheidungen stehen. Ihr habt die Pflichten, aber auch die Freuden!
Lasst euch das nicht nehmen!“ Jonny sah seinen Vater zweifelnd an. „Du meinst ich soll...“
„Geh zu ihm. Sag ihm was du empfindest. Sag ihm warum du das getan hast.
Wenn er dich wirklich liebt wird er dich verstehen und dir bestimmt verzeihen.“

 

 

 

 


 

 

Jonny war seinen Eltern ungemein dankbar. Sie waren immer verständnisvoll gewesen und  halfen ihren Kindern wo es nur ging.
‚Kein Wunder das Theo eifersüchtig war’ dachte Jonny. ‚Ich wäre es an seiner Stelle auch gewesen.’
„Ich danke euch“ sagte Jonny und küsste seine Mutter zum Abschied. „Ich werde es wieder in Ordnung bringen.“

 

 

 

 


 

 

„Das wissen wir, mein Liebling. Kümmer dich um deinen Schatz.
Werdet glücklich. Wenn ihr zueinander haltet, wird euch nichts geschehen.“

 

 

 

Nächste Folge: Alltag und Ärger