Fahrt ins Nichts
Nervus Freude
wurde getrübt, als er wieder ins Haus zurückkam. Klausi stand vor ihm.
„Soo, hat mein kleines Küken also eine Glucke gefunden?“ „Jaaaa“ gab Nervus
zurück. „Und wir werden heiraten!“

„Heiraten? So?
Meint dieser Kurios-Bengel es etwa so ernst?“ gab Klausi zuckersüß zurück.
„Siehst du den Ring?“ Nervus hielt ihm die Hand hin. „Wir sind verlobt!“

„Verlobt?
Welche Freude! Warum wohnst du dann nicht bei ihm?“
„Er holt mich morgen ab, sobald das Kind da ist“ erklärte Nervus. „Aber das ist
doch Zeitverschwendung“ meinte Klausi.
„Und er kann bestimmt jede Hilfe gebrauchen, mit einem Baby... was hälst du
davon, wenn ich dich hinbringe? Jetzt gleich?“
Klausi grinste Nervus honigsüß an, doch Nervus bemerkte es nicht. Er wollte
besser gestern als heute hier weg
und nahm Klausis Angebot ohne große nachzudenken an.

Sie stiegen in Klausis Wagen und fuhren los. Gepäck hatte Nervus keines, er besaß nie mehr als er auf dem Leib trug.

Klausi fuhr an
der Straße zum Kurios-Anwesen vorbei. „Du bist gerade vorbeigefahren“ wies ihn
Nervus darauf hin.
„Ich möchte dir noch etwas zeigen“ antwortete Klausi.
Die Fahrt ging bis es hell wurde durch endlose Wüste und Nervus wurde es immer
mulmiger zumute.
Er bereute schon fast eingestiegen zu sein. „Ich muss mal“ stammelte er.

Klausi hielt an und Nervus stieg aus um seine Notdurft zu verrichten.

Da hörte
Nervus wie der Wagen anfuhr. Er drehte sich so schnell wie möglich um und sah,
wie Klausi ohne ihn davonfuhr!
„Leb wohl, du blödes Huhn“ schrie ihm Klausi noch entgegen.
„Mal sehen ob dich dein Schatz hier raus retten wird!“ und er fuhr mit einem
diabolischen Lachen davon.

Nervus lief
ihm noch ein paar Meter nach. Doch es nutze nichts.
Klausi hatte ihn ohne Wasser mitten in der Wüste ausgesetzt.
Nervus war verzweifelt. Er war zwar naiv, aber nicht dumm. Er konnte sich ausmalen wie lange er überleben würde...

Verzweifelt schrie er zum Himmel. „Pascal, hörst du mich, Pascal Hilfe!“ Oh Gott oder wer auch immer, hilf mir!“

Der Tag
verging und Nervus war von der glühenden Hitze total erledigt. Er hatte
wahnsinnigen Durst, seine Zunge klebte ihm am Gaumen.
Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Das einzige was er denken konnte
war an Pascal – und dass er hoffte doch noch gerettet zu werden.

Ich werde sterben... dachte er. Niemand findet mich hier. Nachdem ich mein Glück gefunden habe muss ich sterben...

Am nächsten
Morgen hatte Nervus sämtliche Energie die er besaß um in dieser Hitze zu
überleben aufgebraucht...
Ihm wurde schwarz vor Augen und sein Kreislauf brach zusammen...

...die glühende Wüste wurde sein Bett und eine gnädige Ohnmacht umfing ihn.

Nächste Folge: Familienzuwachs