Familienzuwachs

 

 

Friedbert und Lutz stritten sich in der Küche.
„Verdammt, kannst Du auch mal was anständiges kochen? Immer nur Pizza, ich kann sie nicht mehr sehen!“ meckerte Friedbert seinen Bruder an.
„Warum kochst Du nicht mal? Bin ich Dein Hausmädchen?“ erwiderte Lutz.

 


 

 

 

 

‚Manchmal könnte ich ihn...’ dachte Lutz.
‚Warum sucht er sich nicht endlich eine Freundin, dann könnte er sich anderweitig beschäftigen...
Aber wer will den Griesgram schon haben.’
 

 

 

 


 

 

 

 

Pascal kam ebenfalls zum Essen.
„Zum Kuckuck, schon wieder Pizza! Kann denn hier keiner mal was Gescheites kochen?“

 

  


 

 

 

 

Pascal ging zu seinen Brüdern.
„Diese blöde Fast-Food schlägt mir auf die Verdauung. Jetzt habe ich Bauchschmerzen...“
Pascal setzte sich auf die Couch, während sich Friedbert mal wieder über sein Lieblingsthema ausließ.

 

  

 


 

 

 

 

Doch kurz darauf stand Pascal wieder auf. „Was ist los mit dir?“ fragte Friedbert.
„Die Schmerzen werden stärker“ sagte Pascal. Ich kann nicht mehr sitzen...

 

  

 

 

 


 

 

Ein starker Schmerz durchzuckte Pascal. Solche Bauchschmerzen hatte er noch nie. Es war keine Kolik, es war...
„Es geht los!“ schrie er. „Das Baby kommt!“ Seine Brüder wurden bleich.
„Was jetzt? Aber... wie...?“ stammelte Lutz. „Wie soll das denn rauskommen?“
 

 

 

 

 

 


 

 

„Iiiiich weiiiiiß nicht! Es tut weeehhhhhh! Macht doch was!“ schrie Pascal.
„Du musst atmen... glaube ich…“ riet ihm Friedbert. „Immer im Takt, ein und aus, ein und aus...“
„Mach ich doch, Blödmann, aarrrrrrrrrrg......“

 

 

 

 

 


 

 

Und mit einem Mal wurde es Pascal schwindlig und er fühlte wie ihn ein Sog erfasste.
Der Schmerz und der Druck im Bauch ließ schlagartig nach... und er hielt etwas weiches, warmes in den Händen. Sein Baby war geboren.

 

  

 


 

 

 

 

Es war ein kleiner, grüner Junge. Pascal erinnerte sich dunkel an seine Entführung.
Er erinnerte sich an große grüne Wesen, mit großen schwarzen Augen, doch die Augen seines Babys hatten seine Farbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ganze Familie war begeistert über den kleinen Neuankömmling, so ungewöhnlich er auch aussah.
Pascal nannte den Kleinen Pluto.

 

 


 

 

 

 

Als die Sonne aufging rief Pascal Nervus an. Er wollte ihn abholen, wie er es versprochen hatte.
Er fühlte sich zwar noch etwas schwach auf den Beinen, aber er wollte seinen zukünftigen Lebensgefährten so schnell wie möglich bei sich haben.

 

  

 


 

 

 

 

Doch es meldete sich niemand. Pascal war beunruhigt. Er wusste genau das Nervus das Telefon belagern würde, nur um seinen Anruf nicht zu verpassen.
Warum ging er dann nicht dran? Nach mehreren erfolglosen Versuchen gab Pascal auf. Er machte sich große Sorgen.

 

  

 


 

 

 

 

Nachdenklich frühstückte Pascal. Kalte Pizza vom gestrigen Abend. Pascal beschloss die Telefonnummer des Pizzadienstes wegzuwerfen.
Während er den kalten, zähen Mafiakuchen kaute, galten seine Gedanken nur seinem Schatz.
Er hatte ein mieses Gefühl im Bauch und das stammte eindeutig nicht von der Pizza.

 

  

 


 

 

 

 

Er sprang auf und redete auf Friedbert ein. „Du musst mir helfen.
Wir müssen hinfahren. Komm mit, ich brauche deine Hilfe!“
Friedbert verstand gar nichts. „Von was redest du?“

 

  

 


 

 

 

 

„Von Nervus! Er geht nicht ans Telefon! Ich glaube da stimmt was nicht!
Die haben ihn eingesperrt oder so was! Du weißt was sie mit ihm gemacht haben...“
Friedbert konnte seinem Bruder nicht folgen. ‚Sind wohl die Hormone..’ dachte er.

 

  

 


 

 

 

 

„Meinst Du nicht das du etwas übertriebst? Was sollen sie schon mit ihm gemacht haben?
Ich kann mir nicht vorstellen das Circe...“
„Du siehst in ihr immer noch das süße Mädel von damals, aber dieser Klausi hat sie doch total verdorben! Du hast keine Ahnung!“
Pascal atmete tief durch. „Wir fahren jetzt dahin! Auf der Stelle!“

 

  

 


 

 

 

 

Da Wiederstand zwecklos war, ging Friedbert mit Pascal zum Wagen. Insgeheim war er doch etwas neugierig,
wer weiß vielleicht war an Pascals Äußerungen mehr dran als er zunächst dachte.
Sie ließen das Baby in Lutz´ Obhut und machten sich auf den Weg zum Becker-Anwesen.

 

 

 


 

 

 

 

Klausi Becker sah die beiden Kurios-Brüder die Stufen zu seinem Haus heraufkommen.
‚Verdammt, was wollen die denn hier’ dachte er.

 

 

 


 

 

 

 

„Was wollt ihr hier?“ war Klausis ungehaltene Begrüßung.
Pascal bemühte sich um einen sachlichen Ton. „Ich möchte meinen Verlobten abholen.“

 

  

 


 

 

 

 

„Deinen Verlobten?“ Klausi sah Pascal abschätzend an.
„Das ich nicht lache. Seit wann verloben sich Kerle miteinander. Aber ich wusste ja immer das mit dir was nicht stimmt, Kurios.“
„Ok“ sagte Pascal. “Ich frage nur einmal. WO ist Nervus?“

 

 

 


 

 

 

 

Klausi lächelte kalt. „Hat dein schwuler Hintern Sehnsucht nach ihm?
Würdest wohl alles für ihn tun, hmm?“ „Ich würde für ihn sterben“ flüsterte Pascal.

 

 

 


 

 

 

 

„Oh, das trifft sich gut. Er erweist dir auch gerade diese Ehre.“ Pascals Augen weiteten sich vor Entsetzen.
Friedbert, der die ganze Zeit stumm zugehört hatte, zuckte zusammen.„Was soll das heißen?“ schrie Pascal auf.
Klausi merkte das er einen Fehler begangen hatte.

 

 

 


 

 

 

 

Pascal stürzte sich auf Klausi. Er war im Kämpfen nicht sehr geübt, doch die Wut verlieh ihm ungeahnte Kraft.
Friedbert konnte dem Kampf nur hilflos zusehen.

 

  

 

 

 


 

 

„Du Missgeburt, du Ausbund des Bösen! Wo ist er? Was hast du mir ihm gemacht?“
Pascal hatte Klausi inzwischen im Würgegriff. Friedbert bekam es mit der Angst.
„Pascal hör auf, er ist es nicht wert, das du seinetwegen ins Gefängnis wanderst!“

 

  

 


 

 

 

 

Pascal hatte trotz seiner Wut Friedberts Worte gehört und ließ Klausi los. „So und nun rede!“

 

  

 


 

 

 

 

Sie nahmen Klausi in die Zwickmühle. „Spuck´s endlich aus, oder ich lass die Polizei kommen!
Dann wanderst du bis ans Lebensende hinter Gitter, das schöre ich dir!“
Endlich gab Klausi auf. „Er ist in der Wüste, 250 Meilen westlich von hier.“
Friedbert und Pascal starrten sich einen Moment ungläubig an.
„Seit wann...?“ „Nachdem du von hier weggegangen bist.“

 

  

 


 

 

 

 

Friedbert und Pascal stürzten zum Wagen. Ein Wettlauf gegen die Zeit hatte begonnen.

 

  

 


 

 

 

 

Sie fuhren durch die glühende Wüste. Pascal unterbrach die Stille. „Danke das du mitgefahren bist.“
„Keine Ursache“ antwortete Friedbert. Nach einer Weile sprach er weiter. „Es tut mir leid...“

 

  

 


 

 

 

 

„Was tut dir leid?“ „Das ich gezweifelt habe. An deinen Worten. An eurer Liebe.“
Pascal starrte auf das Lenkrad. „Eines Tages wirst du auch so verliebt sein wie ich.“
„Das bin ich schon“ antwortete Friedbert. „Ich weiß nur einfach nicht wie ich es zeigen soll.“

 

 

 


 

 

 

 

„Liebe auf den ersten Blick? Das gerade dir das passiert... wenn sie die Richtige ist, wirst du schon das Richtige dazu tun. Nur warte nicht zu lange.“
In diesem Moment merkte Friedbert wie sehr er seinen Bruder liebte. Selbst in größter Not versuchte Pascal noch anderen zu helfen.
Er sah aus dem Fenster. „Halt mal an, da ist was!“

 

  

 


 

 

 

 

Pascal stieg in die Bremsen und sie sprangen aus dem Van. Dort im glühenden Sand, lag jemand...

 

  

 

 

 


 

 

Sie hatten Nervus gefunden. „Oh nein“ schluchzte Pascal. „Sag das dass nicht wahr ist...“
„Er lebt noch“ stellte Friedbert leise fest. Dann fuhr er seinen Bruder an.
„Hör auf zu heulen und fass mit an! Er muss aus der Sonne raus!“

 

  

 


 

 

 

 

Sie schafften es Nervus aufzuwecken und auf die Beine zu bringen. Nervus konnte kaum sprechen, seine Stimme gehorchte ihm nicht.
„Dem... Himmel sei... dank, ich... glaubte euch... nie wieder zu sehen...“ „Schhhhh...“ machte Pascal.
„Nicht reden. Im Auto ist Wasser. Dann fahren wir nach Hause. In dein neues Zuhause.“

 

  

 

 

 

 

Pascal half seinem geschwächten Gefährten zum Auto. Friedbert ließ derweil den Motor an.

 

 

 

 

 


 

 

„Ich schöre, ich bringe ihn um“ erklärte Pascal. „Du wirst nichts dergleichen tun“ widersprach Friedbert seinem Bruder.
„Du hast nun Familie, ein Kind das dich braucht und einen Bräutigam, der dich liebt. Du versaust dir nicht das Leben!
Klausi kriegt seine gerechte Strafe, verlass dich drauf.“

Noch nie in seinem Leben fühlte Pascal eine solche Dankbarkeit.

 

  

 

Nächste Folge: Sorgen