Entscheidungen

  

 

 

Es war wieder ein ganz normaler Tag im Hause Grunz – Theo versuchte krampfhaft seinem Vater zu gefallen,
Richard ignorierte ihn und der kleine Gerd wusste nicht wem er als erstes auf die Nerven fallen sollte.

 

 


 

 

 

 

Gerd merkte das sein Vater gut gelaunt war und nutze die Gunst der Stunde ihn etwas zu fragen, worüber ihm seine Brüder keine Auskunft geben wollten...

 

 

 

 

 


 

 

Theo nutzte seinerseits die Gelegenheit über etwas mit Richard zu sprechen, dass ihm schon länger auf der Seele brannte.
„Ich möchte zum College gehen Politikwissenschaften studieren.“

 

 

 

 

 


 

 

„Du willst doch nicht wirklich Politik studieren. Du machst wieder nur was Vater will“ erwiderte Richard.
„Wenn Du schon studieren willst, nimm ein Fach das Dich wirklich interessiert.“ „Aber es interessiert mich doch“ meinte Theo.
Richard schüttelte den Kopf. „Belüg dich nicht selbst.“ Früher wäre Theo Richard für diese direkte Äußerung an die Gurgel gegangen.
Doch inzwischen wusste Theo dass sein jüngerer Bruder der einzige Freund war den er auf der Welt hatte.

 

 

 

 

 

 

„Wie willst Du das College überhaupt finanzieren? Ich glaube nicht das Vater dir Geld geben wird“ gab Richard zu bedenken.
„Ich habe diverse Stipendien erhalten“ sagte Theo. „Damit schaffe ich einen Anfang. Dann sehe ich weiter.“

 

 

 

 

 


 

 

„Ansonsten muss ich es eben stehlen“ lachte Theo. „Bist Du des Wahnsinns“ konterte Richard. „Dann kannst Du gleich als Taschendieb gehen.“

 

 

 

 

 

 

Später ging Theo ins Haus um seinen Vater von seiner Entscheidung in Kenntnis zu setzen. Er traf den General im Flur, mal wieder mit einem Glas Alkohol in der Hand.
„Dad, ich habe mich entschlossen zum College zu gehen. Ich möchte studieren.“ Eine Alkoholfahne schwebte ihm entgegen als der General sprach.
„Studieren? Kommt nicht in Frage! Du wolltest dich als Soldat verpflichten! Arbeite lieber daran!“

 


 

 

 

 

 

Ängstlich sah Theo wie sein Vater mit dem Glas herumfuchtelte. Er fürchtete sich das der General wieder gewalttätig werden könnte –
doch er musste endlich das Thema zur Sprache bringen, wenn er noch dieses Jahr zum College wollte.
Er versuchte seinen Wunsch so durchzubringen wie er es gelernt hatte: mit Wut.
Er schrie seinen Vater an: „Dad, ich möchte meine Zukunft nun selbst in die Hand nehmen! Ich werde zum College gehen, ob es dir passt oder nicht!“

 

 

 


 

 

 

 

„Du undankbarer, kleiner Bastard, was denkst du was du bist! Eine kleine Made, die ich im dreckigen Wüstensand zertreten kann, das bist du, nichts weiter!“
Und dann fühlte Theo den eiskalten Alkohol in seinen Augen brennen.

 

 


 

 

 

 

 

Theo hielt sich wimmernd die Hände vor die Augen. „Ja, jammere nur du Waschlappen! Geh doch studieren!
Ich werde dich nicht durchfüttern, sieh zu wie du klarkommst!“

 

 


 

 

 

 

 

Richard kam herbeigeeilt um seinem Bruder zu helfen. Er war solche Behandlungen von seinem Vater gewohnt und hatte keine Angst vor ihm.
„Vater, was soll das? Hör auf zu Saufen und lass uns in Ruhe!“

 

 

 


 

 

 

 

Theo weinte. „Warum hat er das getan?“ Richard sprach leise auf seinen Bruder ein.
„Er kann einfach nicht akzeptieren wenn jemand seine eigenen Vorstellungen vom Leben hat.“
„Ich werde noch heute gehen“ sagte Theo. „Er kann mich nicht einschüchtern.“

 

  


 

 

 

 

 

Theo griff zum Telefon und wählte die Nummer vom Fiesta-Tech-College. Er könne sofort vorbeikommen, könne sich aber das
Wohnheim nicht aussuchen hieß es. Theo war einverstanden. Nur weg hier.

 

  


 

 

 

 

 

Ein Taxi holte Theo ab. Richard versprach regelmäßig anzurufen um zu erzählen was zu Hause los war.
Theo stieg in das Taxi. Was würde die Zukunft bringen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als das Taxi abgefahren war, suchte Richard seinen Vater. "Er ist weg."
General Grunz sagte nichts. Richard suchte nach den richtigen Worten. Obwohl das alles nicht sein Fehler war,
fühlte er sich schlecht. "Vater" fing er vorsichtig an zu sprechen, "was ist mit dir los?
Warum quälst du uns so?" Fritz Grunz antwortete nicht. Er hatte keine Antwort.
Er liebte seine Söhne, ohja, das tat er. Doch er konnte nicht erzählen was los war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enttäuscht drehte sich Richard um und ging. Fritz Grunz ließ den Kopf hängen.
Eine einzelne Träne lief sein Gesicht herunter.
"Es tut mir leid..."


 

Nächste Folge: Alles beim Alten