Eine Hochzeit und ein Entführungsfall

  

 

Friedbert kam auf die Idee mit Nervus zu rangeln.
„Na komm schon, zeig mal was ne Harke ist!“ „Kannst du haben!“ erwiderte Nervus.

 

 

 

 

 

 

 

„Ich wäre da an deiner Stelle vorsichtig“ warnte Pascal seinen Bruder.
„Man muss schon verrückt sein sich mit meinem Schatz anzulegen.“

 

 

 

 

 


 

 

Nervus holte wie zur Bestätigung aus und landete einen Treffer auf Friedberts Arm.
„AUTSCH! Musste das jetzt so fest sein!“ brüllte Friedbert. Pascal grinste.

 

 


 

 

 

 

 

„Ich habs dir gesagt.“ „Das ist kein Verlobter, den du da hast, das ist ein Berserker.
Aber mancher steht ja drauf“ erwiderte Friedbert beleidigt.

 

 

 

 


 

 

 

Lutz war das Geschnatter der anderen zuviel. ‚Ich werde mal einen Blick durchs Teleskop werfen’ dachte er.
Als er das Gerät so eingestellt hatte wie er es brauchte, kam ein starker Lichtstrahl vom Himmel.
„Was ist das? Seit wann haben Flugzeuge so helle Lichter?“

 

 


 

 

 

 

 

Ein Saugstrahl erfasste ihn und zog ihn nach oben. Lutz machte sich fast in die Hosen vor Angst.
„Hilfe! Verdammt helft mir! Die ziehen mich hoch!“
Von seinen Schreien angelockt, hetzten die anderen Mitglieder des Kurios-Haushaltes aufs Dach.

 

 


 

 

 

 

 

„Oh du meine Güte!“ schrie Friedbert. Sie sind wieder da! Halt durch, Bruder, halt durch!“
Nervus ängstigte sich fast zu Tode. „Kann man denn gar nichts machen?“
Pascal hielt sich die Hände schützend vor die Augen.
„Nein. Wenn die dich haben wollen, kann niemand etwas machen...“

 

 


 

 

 

 

 

Und dann ging Lutz die Kraft aus. Der Saugstrahl hob ihn hoch und er verschwand in dem kleinen Ufo.
Licht und Lärm verschwanden mit dem kleinen Raumschiff und ließen drei verstörte Männer zurück.
„Eines weiß ich“ sagte Friedbert. „Ich gehe nicht mehr an das Ding da.
Ich heirate und kriege meine Kinder auf die althergebrachte Weise!“
Nervus schlug sich die Hand vor den Mund. „Heißt das die machen ihn schwanger? Wie?“

 

 


 

 

 

 

 

Pascal schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht Schatz. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern...“
Pascal und Friedbert ließen den ratlosen Nervus zurück. Nervus konnte seine Neugierde nicht bezähmen und sah durch das Teleskop.
„Was die jetzt wohl mit ihm machen?“ Er hatte eine Vermutung...

 

 


 

 

 

 

 

Exakt drei Stunden später tauchte das Ufo wieder auf.
Es spuckte Lutz regelrecht auf die Straße und verschwand wieder mit Lärm und Getöse.
Lutz lag im Dreck, mit dem Gesäß nach oben und er hatte das merkwürdige Gefühl das er die letzten Minuten,
die er im Mutterschiff war, genau in dieser Stellung verbracht hatte...

 

 


 

 

 

 

 

Lutz rieb sich das merkwürdig schmerzende Hinterteil und ging ins Haus. Er brauchte dringend eine Dusche.
Friedbert indessen ließ es sich nicht nehmen Nervus zu seinem Techtelmechtel mit Pascal zu beglückwünschen.
„Was soll das denn“ argwöhnte Nervus, „schaust du etwa zu?!“

 

 

 


 

 

 

 

Nach dieser Abfuhr wollte sich Friedbert endlich mal die neuen Klamotten anziehen.
Fertig umgezogen kam er zurück ins Wohnzimmer. „Wow“ bewunderte ihn Pascal.
„Das Legere steht dir gut! Und eine neue Brille? Nicht schlecht!“
„Meinst du es gefällt ihr?“ fragte Friedbert schüchtern.
„Gefallen? Ich denke sie findet es toll! Ich war schon immer der Meinung du solltest etwas lockerer werden. Mädels mögen das.“

 

 


 

 

 

 

 

Noch in derselben Nacht merkte Lutz das etwas nicht mit ihm stimmte.
„Verdammt, ich vertrage das Fliegen nicht.“

 

 


 

 

 

 

 

Doch als die Spuckerei auch am nächsten Tag noch anhielt, machte er sich ernsthafte Sorgen.
„Ohgott, die werden mich doch nicht auch... Und das an Pascals Hochzeitstag.
Ich werde keine Torte essen können...“

 

 

 

 

 

 


 

Ein paar Stunden später stand Nervus total aufgelöst vor dem Spiegel.
„Wie war das noch mal... in guten und in schlechten Zeiten... ach verdammt, ich kann mir das nicht merken!
Ich werd´s versauen, ich weiß es...“ Nervus redete auf sein Spiegelbild ein, bis er Pascal an der Tür hörte.
„Schatz, es wird Zeit! Wo bleibst du?“

 

 


 

 

 

 

 

Der langersehnte Tag war da.
Nervus und Pascal stellten sich unter dem Hochzeitsbogen auf und warteten das alle Gäste Platz nahmen.
Lenya musste allerdings erst mal ihren Gefühlen Rechnung tragen...

 

 


 

 

 

 

 

Die Zeremonie begann. Nervus zitterte vor Aufregung und bekam kaum ein Wort heraus.
Er hatte alles vergessen was er vorher mühevoll einstudiert hatte.
Und so sagte er einfach was  ihm in den Sinn kam – oder aus seinem Herzen...

 

 


 

 

 

 

 

„Ich habe die Worte für die Zeremonie vergessen, aber ich werde nie vergessen was ich durch dich erfahren habe.
Ich werde nie vergessen wie wir uns begegnet sind, wie ich durch dich die Hoffnung wiedergefunden habe und den Glauben an die Liebe und das Leben.
Ich werde niemals vergessen wie du für mich gekämpft hast und mich gerettet hast aus größter Not.
Niemals werde ich aufhören dich zu lieben. Ich nehme dich als meinen Ehemann und werde mit dir gehen,
wohin es uns auch immer verschlagen wird, durch tiefste Hölle oder durch höchstes Glück.“

 

 


 

 

 

 

 

Zu Tränen gerührt nahm Pascal Nervus Hand und streifte ihm langsam den goldenen Ehering über.
„Ich habe dich gerettet, weil du mich aus meiner Einsamkeit gerettet hast.
Ich habe dich gerettet, weil ich ohne dich wertlos bin, eine leere Hülle im heißen Sand.
Durch dich erfahre ich was es heißt zu leben und zu lieben, du bis mein Gegenstück, ohne das ich nicht existieren kann.
Deshalb nehme ich dich hiermit zu meinem Ehemann, ich gehe mit dir durch alle Tiefen der Hölle und durch alle Höhen des Glücks.“

 

 


 

 

 

 

 

Nervus nahm Pascals Ring und streifte ihn auf seinen Finger. „Auf immer und ewig.“

 

 


 

 

 

 

 

„Auf immer und ewig“ antwortete Pascal leise.

 


 

 

 

 

 

Sie fielen sich in die Arme und gaben sich den ersten Kuss als Ehepaar.
Das Lenya Friedbert eigentümlich betrachtete, fiel in diesem Moment niemandem auf.

 

 


 

 

 

 

 

Es war Zeit für die Torte. Nervus schnitt das erste Stück für die Jungvermählten ab.
Die Gäste stürzten sich indessen aufs Büffet. Heiraten macht hungrig.

 

 

 

 


 

 

 

Nur Friedbert hatte anderes „Süßes“ im Sinn.
Nervus baute sich mit dem Tortenstück vor seinem Angetrauten auf und sagte nur grinsend: „Achtung!“

 

 

 

 


 

 

 

Und schon stopfte er Pascal den Mund mit Torte voll.
Der verschluckte sich fast vor lauter Kuchen und Lachen. „Hmmmpppffff, nischschoviiiiieel....“

 

 


 

 

 

 

 

Das frischvermählte Paar hatte seinen Spaß mit der Torte und die anderen Gäste stürzten sich aufs Essen.
Doch Friedbert hatte die Zeremonie, der er eben beigewohnt hatte nachdenklich gemacht. Soviel Glück und Liebe...
Er hielt Lenya im Arm und spürte das sie ebenso empfand.
„Was meinst du“ flüsterte er ihr zu, „sollten wir das nicht auch irgendwann machen?“

 

 


 

 

 

 

 

Doch bevor Lenya antworten konnte wurden sie gestört.
„Lass uns hier draußen essen“ schlug Jenny vor. Es ist so angenehm heute.“

 


 

 

 

 

 

Doch nach dem Essen ließ sich Friedbert nicht mehr stören.
Ihm war nun egal was alle Welt von ihm dachte. Seine Schwester Jenny wunderte sich ihren Bruder so zu sehen.
‚Was die Liebe selbst aus einem so schüchternen Sim machen kann...’

 

 


 

 

 

 

 

Pascal und Nervus feierten ihre Vermählung auf ihre Weise. Sie fühlten sich einander so nahe wir nie zuvor...

 

 


 

 

 

 

 

„Schatz, bitte verrate mir etwas“ bat Pascal. „Bitte verrate mir endlich deinen richtigen Namen.“
Nervus lächelte Pascal an und flüsterte ihm dann leise etwas ins Ohr...

 

 

 


 

 

 

 

„Lass uns woanders weiterfeiern. Unsere Gäste können das Büffet auch ohne uns plündern.“
Pascal nahm Nervus an der Hand und sie verschwanden im Schlafzimmer.

 

 

 


 

 

 

 

„Ich liebe Dich“ flüsterte Pascal. „Auf immer und ewig“ gab Nervus leise zurück.

 

 

 

Nächste Folge: Simbiologie #2