Kindersegen und Kindersorgen
Nur ein paar
Tage später zeigten sich die Folgen von Lutz Entführung. Lutz war stinksauer.
„Pascal, wo hast du das blaue T-Shirt hingetan? Ich HASSE Rosa!“

Friedbert übte
sich währenddessen in Kinderpflege, denn sein Ziel einmal selbst Kinder zu
haben,
war mit der Verlobung mit Lenya in greifbare Nähe gerückt...
Doch Klein-Pluto schien nicht sehr begeistert.

Nervus
beneidete Lutz um seine Schwangerschaft. Sein Schwager durfte nun das erleben,
was sich Nervus am verzweifeltsten wünschte: ein eigenes Kind. Nervus liebte
seinen Stiefsohn Pluto über alles,
doch er hätte so gerne ein eigenes, am liebsten von Pascal. Doch leider hat die
Natur ihre eigenen Gesetze.

Es war Plutos
großer Tag. Endlich würde er aus dem langweiligen Baby-Dasein herauskommen und
der Welt zeigen können,
wie ein kleiner Halb-Alien einen Männer-Haushalt auf Trab bringen kann. Lutz und
Friedbert jubilierten,
nur Nervus sah stumm zu, wie Pascal und Pluto die Kerzen auf dem
Geburtstags-Kuchen ausbliesen.
Es war die erste Geburtstagsfeier, die Nervus jemals miterleben durfte.

Und in einem
Konfettiregen wuchs Pluto zum Kleinkind heran. Pascal konnte seinen Stolz nicht
verbergen.
„Hey, kleiner Mann! Ganz der Papa!“

Friedbert
übernahm sofort die ehrenvolle Aufgabe Pluto Sprechen beizubringen.
„Komm schon Pluto. Sag doch mal Onkel Friedbert.“ Doch Pluto zeigte keinerlei
Interesse an den Bemühungen seines Onkels.
Das merkwürdige Leuchten, das ihn dank der Grips-Milch umgab, war wesentlich
interessanter.

Pascal
wiederum musste feststellen, das er seit seiner Schwangerschaft mit
Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte.
„Verdammt, ich esse wohl zuviel Pasta, die letzte Zeit.“ Was wird nur Nervus zu
einem fetten Ehemann sagen?

Was für ein
Glück, das er seinen hauseigenen Sportlehrer hat. „Liebling, könntest Du mir
nicht Unterricht geben?
Ich bin wohl etwas aus der Form geraten...“
„Etwas ist
gut. Aber keine Bange, ich kriege dich schon wieder hin.“
Ohoh Pascal, ob das so eine gute Idee war...

Und während Friedbert versuchte Pluto an das Töpfchen zu gewöhnen...

... quälte Nervus seinen Schatz am Sandsack.

Dank
Friedberts Bemühungen konnte Pluto rasch sprechen und bat seinen Vater Pascal
mit ihm zu spielen.
Pascal tat das gerne und Pluto nutzte die Gelegenheit Fragen zu stellen.
„Daddy, warum verlobt man sich eigentlich?“ „Soll ich dir nicht lieber etwas über Elefanten erzählen?“

„Nö, die sind langweilig. Wusstest du das Boing ein neues Passagierflugzeug gebaut hat?“
Pascal hatte ja viel von seinem Sohn erwartet, aber nicht das er sich mit drei Jahren über Flugzeugtypen unterhalten wollte!

„Sag mal,
woher weißt du das denn? Ist das nicht ein bisschen viel für dein Alter?“
„Ey Dad, ich bin ein Alien!“

Pascal fiel
auf, das Nervus die ganze Zeit nur stumm auf dem Bett gelegen hatte und in sein
Buch starrte.
Nervus las gerne und viel, doch in letzter Zeit zog er sich immer mehr zurück,
las oder grübelte.
Pascal machte sich Sorgen, wusste er doch, das Nervus aufgrund seiner
Vergangenheit zu Depressionen neigte.
Wie froh war er, als Nervus von sich aus zu ihm kam. Pascal streichelte seine Hand.

„Nun sag doch
endlich mal was mit dir los ist. Du bist die letzte Zeit kaum ansprechbar und
ständig traurig.
Was hast du denn?“ Es kostete Nervus Überwindung, doch dann erzählte er was ihn
bedrückte.
„Alle haben Kinder. Du hast Pluto, Lutz ist schwanger... nur ich, ich werde kein
eigenes Kind haben.“
Pascal verstand. „Oh Liebling... Pluto ist doch auch dein Sohn.
Du bist für ihn genauso Daddy wie ich es bin, vielleicht sogar noch mehr.“

„Ich wünsche
mir ein Kind von dir“ sagte Nervus leise. „Und das Wissen, das das nicht geht,
macht mich verrückt.“
Pascal war sprachlos. Einerseits rührte es ihn, das Nervus sich ein gemeinsames
Kind wünschte, andererseits tat es ihm weh,
wie Nervus sich quälte. Er gab ihm einen langen, zärtlichen Kuss. „Das geht
leider nicht, Schatz.
Du kannst nur den Weg gehen, den Lutz und ich gegangen sind.“ „Aber es ist dann
nicht von dir“ erwiderte Nervus.
„Es wird dann genauso mein Kind sein, wie Pluto dein Kind ist“ tröstete ihn
Pascal.
„Es tut mir leid, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“

Nervus ging
nach draußen. Sollte er das wirklich tun? Er war ein Familien-Sim, was wenn er
die Entführung nicht verkraften würde?
So nervlich angeschlagen wie er eh schon war? Aber der Wunsch war übermächtig.
Er stieg die Stufen zum Teleskop hinauf. Langsam näherte er sich dem Gerät. Was
wenn sie ihn nicht haben wollten?

Doch seine
Sorge war unbegründet. Sie schienen nur auf ihn gewartet zu haben.
Der bekannte Strahl kam und nahm ihn mit. Noch nie hatte er solch eine Angst.
Pascal war außer sich. „Oh mein Gott. Er hat es tatsächlich getan. Ich hoffe er kommt damit klar...“

Es wurden
bange drei Stunden für Pascal, denn er konnte sich zwar an nichts mehr erinnern,
doch er war sich sicher dass es Nervus nicht gefallen würde. Und er hatte Recht.

Nervus schrie
und weinte. Pascal eilte sofort zu ihm um ihn zu trösten. „Schatz, Schatz ist
gut. Nicht weinen. Es ist vorbei.“
„Nicht ist gut!“ heulte Nervus. „Es war furchtbar! Schrecklich! Ganz gemein!“
„Was war schrecklich? Erinnerst du dich etwa?“
„Ja! Die haben mit mir... die haben...“

„Beruhig dich. Ich bin doch bei dir.“ „Ich habe dich betrogen, mit Aliens! Buhuuuhuhu....“
Pascal war
total verwirrt. „Wie betrogen? Ich verstehe nicht...“ „Die haben mich schwanger
gemacht!“
„Aber das wolltest du doch, oder?“ „Ja schon, aber ich dachte nicht das ich dazu
mit denen schlafen muss!“

Pascal wusste
nun nicht mehr was er sagen sollte. Er wusste von seiner Entführung gar nichts
mehr,
war es wirklich möglich dass er sich noch erinnern konnte? So wie Nervus weinte
wäre es denkbar...
„Du... du hast mich nicht betrogen. Das konntest du ja nicht wissen.
Wenn du wirklich schwanger bist, ist es unser Kind, so wie Pluto.
Einverstanden?“

Nervus
schniefte und nickte dann. „Ok. Du bist mir nicht böse?“ Pascal umarmte seinen
Schatz.
„I wo. Schau mal, dann haben wir zwei Kinder, das ist doch wunderbar. Und dein
Wunsch geht in Erfüllung.
Nervus war dankbar solch einen guten, verständnisvollen Mann gefunden zu haben.

Am nächsten
Abend bat Lutz Friedbert einmal nach dem Teleskop zu sehen, da etwas klemmte.
'„Ausnahmsweise“ meinte Friedbert. „Sie werden je nicht schon wieder
auftauchen.“
Aber weit gefehlt...

„Verdammt! Lutz, ich bring dich um! Das nächste Mal reparierst du das Dinge alleine!“

„Oh verdammt“ rief Pascal. Wenn er jetzt auch schwanger wird, was dann?“

Sie warteten also auf seine Rückkehr. Und ausgerechnet diese Nacht setzten Bei Lutz die Wehen ein.

Er bekam einen
Jungen mit großen, schwarzen Augen. Er nannte ihn Luzifer.
Nervus war natürlich begeistert. Wenn es nach ihm ginge, gäbe es Unmengen an
Babys im Kurios-Haus.

Plötzlich
wurde ihm schlecht. „Schaaaaatz!“ Pascal kam gelaufen.
„Welch eine Aufregung. Was ist denn nun?“
Nervus würgte in die Kloschüssel. „Ich glaube ich bin schwanger...“

Die freudige
Nachricht wurde von Friedberts Rückkehr überdeckt.
Wie seine Brüder und Nervus zuvor, landete er im Dreck...

Und obwohl ein
Wissens-Sim, heulte er sofort los. Pascal war das Trösten schon gewohnt.
„Mensch Bruderherz, was ist denn. Früher wolltest du doch immer entführt
werden.“ „Nein, nicht mehr.
Ich wollte mit Lenya Kinder bekommen. Doch das kann ich nun vergessen!“
„Warum denn das?“

„Sag mir eine
normale Frau, die einen Mann mit einem grünen Baby möchte! Frauen wollen ihre
eigenen Kinder haben
und keine grünen Mischlinge...“ „Das glaube ich nicht. Hast du ihr nie von Pluto
erzählt?“
„Nein, ich hatte Angst das ich sie damit verjage...“

Pascal
verstand nun. Sein Bruder hatte nun ein Problem,
denn das er schwanger war, daran bestand nach den Erfahrungen der letzten Zeit
kein Zweifel...
„Was mache ich denn nun, Pascal, ich will sie nicht verlieren...“

Nächste Folge: Nothing else matters