Melancholie
Theo rannte
die Treppe hinauf in sein Zimmer. Die Tränen liefen ihm über die Wangen.
Wo vor einer halben Stunde noch Unsicherheit war, war nun die schmerzhafte
Gewissheit das er Jonny liebte.
Theo fiel
wieder in sein altes Verhaltensmuster zurück. Wütend warf er seine Sachen kreuz
und quer durch das Zimmer.
Ein paar Minuten später blieb er mitten in Zimmer atemlos stehen und wurde sich
bewusst was er angerichtet hatte.
„Oh nein, nicht schon wieder. Was bin ich für ein Idiot.“
Traurig räumte
er sein Zimmer auf und tat danach das, was er am Besten konnte: malen.
Es sollte ein ganz besonderes Bild diesmal werden. Eines das er niemals
verkaufen würde.
Jonny lief
ziellos über den Campus. Er wusste nicht wo er hin sollte.
Er wollte nicht ins Wohnheim zurück, aber er wollte auch nicht in eines der
Cafés.
Jonny wollte niemandem begegnen.
Er setzte sich
im Park auf eine Bank und starrte Löcher in die Luft. Jonny dachte an das
Frühstück.
Er war vorhin so von dem überzeugt gewesen, was er gesagt hatte.
Doch jetzt sah die Sache wieder anders aus, jetzt war er es nicht mehr...
Jonny hatte
Theo angelogen. Das war für ihn nicht nur irgendein Kuss gewesen.
Jonny konnte seine Empfindungen kaum beschreiben. Er holte tief Luft. Ja, er
liebte Theo.
Er ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, seit Jonny Theos Wandlung bemerkt hatte.
Dieser Blick, immer verträumt und als wäre er auf einer langen, wundersamen
Reise...
Und eines Tages ertappte Jonny sich dabei wie er ihm auf den Hintern starrte.
Theos schmale Hüften, sein Bauch, der ein Stückchen zwischen dem zu kurzen
T-Shirt und seiner Jeans rauslugte...
Jonny
schüttelte diesen köstlichen Gedanken ab. Mit noch grünerem Kopf ging er weiter.
Die Möglichkeit Theo nahe zu kommen hatte er sich selbst verbaut.
Aber er sehnte sich nach ihm! Er wollte ihn im Arm halten! Doch es war zu spät.
„Scheiße“
flüsterte Jonny. Er sah auf das Display seines Handys. Kurz vor Mittag.
Jonny wählte die Nummer vom Taxiunternehmen und bestellte sich einen Wagen.
Er wollte zu seinen Eltern fahren. Er brauchte jetzt einfach jemanden zum Reden.
Nächste Folge: Unerwarteter Besuch