Nothing else matters
Theo versuchte sich auf das Buch in
seinen Händen zu konzentrieren. Er musste noch für sein Studium büffeln,
doch immer wieder schob sich Jonny in seine Gedanken. Theo schloss die Augen.
Sein Herz schmerzte bei jedem
einzelnen Gedanken an ihn – an den grünen, muskulösen jungen Mann, den er so
begehrte.

Verdrossen legte Theo das Buch zur Seite.
Er hätte sich selbst ohrfeigen können, jetzt war er es der Jonny weggeschickt
hatte,
nachdem er die Auseinandersetzung mit seinem Vater in der Galerie hatte. Doch an
diesem Tag war er zu nichts mehr fähig,
weder für Gut, noch für Böse, er konnte danach einfach niemanden mehr ertragen.
Wenigsten war seine Ausstellung ein voller Erfolg.

Theo litt seitdem wie ein Hund. Und er
konnte Jonny ansehen, dass es ihm genauso ging. Er wurde wütend.
Warum sollten zwei Sims auf ihr Glück verzichten, nur weil ein einzelner nicht
bei Verstand war? Theo ballte die Fäuste.
„Ich will das nicht mehr, verstehst du? Ich will mein Leben leben wie ich es
will und ich werde das ab sofort tun!“

Theo ließ sich auf sein Bett fallen. Er lauschte dem Song in seinem kleinen Radio...
So close, no matter
how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trusting who we are
and nothing else matters
Never opened myself this way
Life is ours, we live it our way
All these words I don't just say
and nothing else matters
Trust I seek and I find in you
Every day for us something new
Open mind for a different view
and nothing else matters…

Entschlossen stand Theo auf. Er ging nach
draußen und sah sich um. Die Gemeinschaftsräume waren leergefegt,
es war schon ziemlich spät. Theo klopfte an Jonnys Tür, doch Jonny war nicht da.
Theo wusste wo er Jonny finden konnte.
Er ging die Treppen zur Dachterrasse hinauf. Er musste dem Ganzen endlich ein
Ende machen.

Jonny saß im Whirlpool des
Studentenwohnheimes. Es war schon spät und er musste nicht damit rechnen
von seinen Komolitonen gestört zu werden. Er schlich sich oft hier rauf, wenn er
seine Ruhe haben wollte.
Jonny genoss das angenehm warme Wasser, die Bläschen die ihn am ganzen Körper
kitzelten...

Die warme, feuchte Umgebung machte Jonny
schläfrig. Mit halb geschlossenen Lidern saß er da – und dachte an Theo.
Er dachte ständig an Theo, sah ihn ständig vor sich, der sehnsüchtige Blick, die
weichen Lippen, den schlanken, hochgewachsenen Körper.
Er stellte sich Theo vor, stellte ihn sich nackt vor, stellte sich vor wie sich
ihre Körper aneinander rieben, wie sie sich fühlten,
sich küssten, wie sie miteinander schliefen...

Ein leises Klacken holte ihn aus seinen
Träumen. Er hörte die Tür sich leise öffnen und wieder schließen.
Der Schlüssel drehte sich im Schloss. Jonny rutschte etwas tiefer in die Wanne
hinein und spähte
durch den aufsteigenden Wasserdampf Richtung Tür. ‚Wer zum Henker...’ dachte
er...

Jonny hörte wie Kleidungsstücke zu Boden
fielen. Er schaute genauer hin – und erstarrte.
Theo stand dort und ließ ein Kleidungsstück nach dem anderen fallen. Jonny
setzte sich auf.
Er starrte gebannt auf den inzwischen nackten Theo, nackt wie er ihn sich
vorgestellt hatte, wie er ihn sich gewünscht hatte...

Wortlos stieg Theo zu ihm in die Wanne.
Er setzte sich Jonny gegenüber und sah ihm unverwandt in die Augen.
Jonny wusste nicht was er sagen sollte. Er spürte die Erregung, die in ihm
aufstieg, die Sehnsucht, die endlich nach Erfüllung schrie.
Unwillkürlich streckte Jonny seine Hand nach ihm aus.

Theo rutschte zu Jonny herüber und nahm
ihn in den Arm. „Ich war so ein Idiot gestern. Ich werde nicht zulassen,
dass mein Vater unsere Liebe zerstört. Ich werde nicht zulassen dass du
meinetwegen unglücklich bist“ flüsterte Theo.
„Theo, ich...“ begann Jonny. „Schhhhhh.... nicht.“ „ Aber... Ich wollte dich
nicht verletzen. Ich wollte dich beschützen...“

„Ich weiß“ flüsterte Theo sanft.
„Aber lieber soll mich mein Vater morgen umbringen, als das ich noch eine
Sekunde ohne dich verbringe...“

„Wir lieben uns, alles andere ist
bedeutungslos.“
Und Theo gab Jonny in einen langen, leidenschaftlichen Kuss.

Jonny war überglücklich. Endlich hatte er
wonach er sich gesehnt hatte. Er fühlte Theo in seinen Armen,
fühlte endlich wieder seine Lippen... und er fühlte Theos ganze Sehnsucht wie
eine Welle zu ihm herüberschwappen...

Sie fühlten sich, als wollten sie die
verlorene Zeit wieder gutmachen.
Fest drückten sie ihre vor Erregung zitternden Körper aneinander, sich
gegenseitig berührend und liebkosend.
„Lass mich nie wieder los“ flehte Theo. „Nie, niemals wieder...“ keuchte Jonny.
„Ich werde dich niemals mehr gehen lassen...“
