Zeichen der Liebe
Theo erlebte von nun an die glücklichste
Zeit seines Lebens. Die Beziehung mit Jonny brachte ihm all das Glück und die
Liebe,
von der er immer geträumt hatte. Seine Glücksgefühle und seine Zufriedenheit
schlug sich in allem nieder was er tat,
ob es die Malerei war, oder das Studium selbst, es ging alles wie von selbst.

Jede freie Minute verbrachten die jungen
Männer gemeinsam. Der etwas ernstere Theo hielt den quirligeren Jonny im Zaum
und umgekehrt konnte Jonny Theo aus seinem Schneckenhaus herausholen. Sie waren
die Gegensätze, die sich anzogen,
wie Schlüssel und Schloss, der eine ohne den anderen wertlos.

Theo hatte keinen Kontakt mehr zu seinem
Vater, und Jonny versuchte Theos von seinen trüben Gedanken abzulenken.
Und zu Theos Glück gelang ihm das immer besser.

Am liebsten saßen sie zusammen im
Whirlpool, dicht aneinander gekuschelt und die Welt um sich herum vergessend.
Normalerweise unterhielten sie sich dabei über alles Mögliche, doch heute war
Jonny sehr nachdenklich.
Theo wunderte sich schon darüber, als Jonny ihn plötzlich etwas fragte. „Schatz,
erinnerst du dich noch an
unser Gespräch auf der Bank damals? Als ich dich fragte, was du nach dem Studium
machen möchtest?“

„Sicher“ antwortete Theo. „Warum?“
„Möchtest du immer noch wegfliegen?“ Theo sah Jonny erstaunt an.
„Ja, ich würde mir gerne die Welt ansehen. Wieso fragst du?“ „Dann werde ich
nicht mit dir gehen können“ antwortete Jonny traurig.
„Ich würde dich aber gerne mitnehmen. Warum solltest du nicht mitkommen können?
Hast du Flugangst?“
„Nein, es ist... es ist wegen meiner Hautfarbe.“

„Was soll damit sein? Sie ist schön, so
wie sie ist...“ „Das sagst du, weil du Aliens kennst.
Doch in anderen Gebieten der Erde, wo niemand Aliens kennt, werde ich ein Schock
und eine Sensation für andere Sims sein,
vielleicht hat man sogar Angst vor mir und empfindet mich als Bedrohung. Ich
möchte das nicht, Theo, ich habe Angst davor...“

Theo verstand was sein Gefährte meinte.
Und das letzte was er wollte war, dass Jonny sich nicht wohl fühlte, oder in
Gefahr geriet.
„Dann bleibe ich auch hier. Ich will nicht von dir getrennt sein. Muss die Welt
halt ohne mich auskommen.“ Jonny war gerührt.
„Das willst du wirklich für mich tun? Verzichten?“ „Ich will endlich etwas ganz
anderes mit dir tun“ flüsterte Theo. „Komm mit.“

Sie gingen in Jonnys Zimmer und schmusten
leidenschaftlich auf dem Bett herum. Plötzlich hielt Theo inne.
„Jonny, ich habe das noch nie getan...“sagte Theo unsicher. „Ich auch noch
nicht“ lächelte Jonny.
„Und wenn du nicht möchtest, müssen wir auch nicht.“
„Doch, ich möchte. Ich liebe dich, und ich möchte dich ganz nah bei mir
haben...“

Wochen später entschied sich Theo ein
wenig an seinem Style zu arbeiten, da er inzwischen gut verkaufen konnte
und er der Meinung war, ein seriöserer Look könne nicht schaden. Jonny war vom
Aussehen seines Freundes sehr angetan.
„Du siehst toll aus, Schatz. Aber musst du jetzt ständig das doofe Handy mit die
rumschleppen?“ „Ja, falls die Galerie anruft...“

Am nächsten Tag fühlte sich Theo
überhaupt nicht wohl. Er hatte Bauchschmerzen, ihm war ständig schwindlig
und das Essen konnte er auch nicht bei sich behalten. Der Koch in der Küche
hatte gewechselt und es tatsächlich
geschafft die Hälfte der Wohnheim-Bewohner mit einer Lebensmittel-Vergiftung zu
versorgen.

Jonny merkte davon nichts. Er war als
Halb-Alien sowieso Vegetarier und hatte zum Glück nichts vom verdorbenen Fleisch
gegessen.
Er zog Theo gerne auf das er viel zuviel Fleisch essen würde, und irgendwann
selbst wie ein Fleischklops aussehen würde.
„Schatz, es ist kein Wunder wenn du dir
eine Krankheit nach der anderen holst. Das Verzehren anderer Lebewesen ist
Kannibalismus.“
„Jonny, ich bin kein Halb-Alien wie du“ seufzte Theo. „Wir Sims müssen Mischkost
essen.“

„Ok. Dann brauchst du eben mehr Bewegung.
Du setzt langsam an, mein Lieber.“
„Ich bewege mich oft genug“ grinste Theo. „Rhythmisch, mit dir.“ Verlegen
grinste Jonny zurück.

Die zwei Turteltauben entschieden sich
noch einen gemütlichen Abendspaziergang zu machen, als Theo plötzlich stehen
blieb.
„Oh, verdammt, das tut weh...“ „Was hast du?“ fragte Jonny besorgt. „Die
Bauchschmerzen sind wieder da. Und mir wird schlecht...“

„Du solltest doch mal zum Arzt gehen“
meinte Jonny. „Mit einer Lebensmittelvergiftung ist nicht zu spaßen.“
„Die stopfen mich doch nur wieder mit Tabletten voll. Das geht wieder vorbei.“
Jonny seufzte.
„Wie kann man nur so unvernünftig sein. Dein armer Bauch...“
Jonny legte zum Spaß seine Hand auf Theos Bauch um ihn zu reiben, wie seine Mutter es bei ihm getan hatte, als er als Kind krank war...

... um dann erschrocken innezuhalten. Er
konnte etwas fühlen, keine Darmbewegungen, nein, er spürte etwas mit eigenem
Bewusstsein,
etwas das auf ihn reagierte obwohl es kaum größer als ein Wurm war, etwas das
zur Hälfte von ihm stammte...
„Schatz“ flüsterte Jonny, „du bist nicht krank. Du bist schwanger...“

„WAS? Schwanger? Ich? Jonny, du spinnst! Ich bin ein Kerl, ich kann nicht schwanger sein!“
„Ich dachte auch es ginge nicht... Ich
bin schließlich nur ein Halb-Alien...“ „Was soll das heißen?“ erwiderte Theo
verwirrt.
„Das heißt dass eigentlich nur Voll-Aliens Männer schwängern können. Ich bin
aber kein vollwertiger Alien.
Mein Vater meinte es könne nichts passieren...“

„Dein Vater? Der wird auch nicht alles
wissen! Und weißt du was mein Vater sagen wird? Der dreht durch!“
Jonny riss der Geduldsfaden. „Dein Vater! Scheiß auf deinen Vater! Es sollte dir
endlich mal egal sein was dein Vater worüber denkt!
Hier geht es um dich! Um uns!“

„Uns? Wieso uns?“ fragte Theo. „Was ist
das denn für ne Frage...“ antwortete Jonny entgeistert.
„Sicher uns, wir sind doch... Moment. Dachtest du etwa mich ginge das nichts an?
Dachtest du etwa ich bin mit dir nur zusammen wegen dem Sex?
Dachtest du wirklich ich würde mich jetzt aus dem Staub machen??“ rief Jonny
verärgert. „Jonny ich...“

„Dachtest du das wirklich?“ fragte Jonny
leise. Theo ließ schuldbewusst den Kopf hängen.
„Ich war mir einen Moment nicht sicher...“ Jonny nahm Theos Hand. „Ich bin ja
selbst schuld. Ich wollte es schon viel früher tun,
aber immer habe ich auf den perfekten Augenblick gewartet. Nun, einen
Perfekteren als den hier scheint es nun wirklich nicht zu geben...“

„Theo Grunz, du siehst mich hier auf Knien vor dir, weil ich dich bitten möchte dein Leben mit mir zu teilen. Theo, möchtest du mich heiraten?“
Jonny fasste in seine Hosentasche und holte einen Ring heraus. Er trug ihn schon die ganze Zeit mit sich herum...

Theo nahm den Ring und steckte ihn sich
langsam an seine Hand. „Ohgott Jonny, wirklich?“
„Ja Theo“ beantwortete Jonny seine Frage. „Wirklich.“ Theo seufzte ergriffen.
„Ja. Ja ich will.“

Jonny stand schnell auf und breitete die Arme aus. „Komm her du dummer Junge...“

„Ich hätte das nie für möglich gehalten“
flüsterte Theo. „Das ich dich heirate und eine Familie mit dir habe...“
„Nichts ist unmöglich“ gab Jonny zurück.

„Bitte versprich mir eines noch...“ bat Jonny. „Bitte zweifle nie wieder an meiner Liebe zu dir...“

Nächste Folge: Ophelias Geburtstag