Neuanfang

 

 

 

 

Lenya hatte heute ihren ersten Arbeitstag in den Merkwürdighausen Laboratorien.
Sie war etwas nervös, schließlich war es ihr erster richtiger Job und sie würde neue Leute kennen lernen. 

 

 


 

 

 

 

Sie wurde von einem jungen Wissenschaftler begrüßt der sich als Lutz Kurios vorstellte.
Irgendwie kam ihr der Nachname bekannt vor, aber sie konnte sich zunächst keinen weiteren Reim drauf machen.

 

 

 


 

 

 

 

Lutz führte sie in ein Labor. „Hier wirst du in Zukunft tätig sein. Und das ist einer deiner neuen Kollegen.
Darf ich vorstellen: mein Bruder Friedbert Kurios.“

 

 

 


 

 

 

 

Lenya traf fast der Schlag. Deshalb kam ihr der Name bekannt vor!
Aber im Leben hätte sie nicht gedacht das die beiden Brüder waren, so wenig wie sie sich ähnelten.
Steif antwortete sie: „Wir kennen uns bereits.“

 

 

 


 

 

 

 

Friedbert war die Situation oberpeinlich. Ausgerechnet sie stand vor ihm, die Frau die ihm den Kopf verdreht,
und welcher er sich unmöglich gegenüber benommen hatte! Wie sollte er sich nun verhalten?

 

 


 

 

 

 

 

Lutz merkt von alldem nichts. Er sagte Lenya noch was sie heute tun sollte und ließ die Beiden dann alleine.
Sie arbeiteten stumm vor sich hin. Immer wieder warf Friedbert Lenya verstohlene Blicke zu.
Doch wenn sie zu ihm herübersah, drehte er sich schnell weg.

 

 

 


 

 

 

 

Auch Lenya wusste nicht wie sie sich verhalten sollte. Sollte sie ihn auf den Vorfall vor zwei Tagen ansprechen?
Oder ihn einfach ignorieren? Sie merkte genau das er immer wieder zu ihr herüberstarrte, wenn er im Glauben war sie merke es nicht.

 

 

 


 

 

 

 

Friedbert dachte daran was ihm sein Bruder geraten hatte. Er würde sich wohl durchringen müssen den ersten Schritt zu tun.
Friedbert betrachtete Lenya einen Moment. Laborkittel hin oder her, er wusste was drunter steckte.
Und der Gedanke daran machte ihn nur noch konfuser.

 

 

 


 

 

 

 

Er nahm seinen Mut zusammen und ging auf sie zu. Friedbert war so aufgeregt das er nur ein heiseres Krächzen herausbekam.
„Hör mal... ich... es tut mir leid.“

 

 

 


 

 

 

 

Lenya wusste genau was er meinte. Doch sie wollte es ihm nicht zu leicht machen
 „Was tut dir leid?“ Friedbert wurde rot. „Das ich dich angemault habe... tut mir leid.“
Lenya hatte eigentlich nicht erwartet das er sich entschuldigen würde. Vielleicht freute sie sich gerade deshalb darüber.
‚Vielleicht ist er ja doch nicht so übel wie ich dachte. Außerdem sieht er so süß aus...’
„Ist schon ok“ antwortete sie leise und bemühte sich nicht ebenfalls rot zu werden.

 

 


 

 

 

 

 

Sie versuchten sich wieder ihrer Arbeit zu widmen. Zum Feierabend bot Friedbert Lenya an sie mit dem Auto mitzunehmen.
Lenya nahm an, den Rest des Weges wollte sie dann laufen. 

 

 

 


 

 

 

„Hier wohne ich mit meinen Brüdern und meinem zukünftigen Schwager“ erklärte Friedbert.
Er überlegte krampfhaft wie er verhindern konnte das Lenya nach Hause ging.
„Hättest du Lust mit mir in die Downtown zu fahren?“ „Ist das die Bitte um ein Date?“ antwortete Lenya leicht belustigt.
Friedbert errötete wieder. „Ähm, nein! Ja... nein... ich... ich muss dringen neue Kleider kaufen.“
Lenya musste sich ein Grinsen verkneifen. Gespannt wartete Friedbert auf die Antwort. Wenn sie nur nicht nein sagte!
Lenya lächelte Friedbert an. „Ich würde gerne mit dir in die Stadt fahren. Neue Kleider brauche ich auch. Aber ich kann doch nicht im Kittel gehen!“
Friedbert war so begeistert keinen Korb bekommen zu haben das er sich ganz vergaß.
„Du siehst doch hinreißend aus! Bin sofort wieder da!“ Und er rannte ins Haus um sich umzuziehen.

 

 

 


 

 

 

 

Sie fuhren also in die Downtown. Die neuen Outfits waren schnell gekauft und Friedbert überlegte krampfhaft was er nun anstellen sollte.
Der Abend war noch jung und er hatte die Frau seiner Träume in greifbarer Nähe!
Verdammt, was tun? „Hör mal... du und ich... wollen wir nicht... ich meine...“
Je schüchterner er reagierte, umso mehr war Lenya von ihm angetan.

 

 

 


 

 

 

 

„Wollen wir... vielleicht, meine ich... also wenn Du magst... ich meine... sollen wir noch etwas unternehmen?“ stotterte Friedbert herum.
„Vielleicht tanzen? Ich meine... ich kann nicht so gut tanzen, aber...“ Lenya betrachtete den total nervösen und aufgelösten Mann vor ihr.
Er gab sich solch eine Mühe und sie wusste wie schwer es ihm viel. Auf einmal wünschte sie sich nichts sehnlicher als ihm nahe zu sein.
Und Tanzen war da ein guter Anfang... „Gerne“ antwortete sie und lächelte Friedbert aufmunternd an.
 

 

 


 

 

 

 

Friedbert war so hin und weg von seinem „Jagderfolg“, dass er Lenya einen Handkuss gab.
Zunächst reagierte sie verwundert...

 

 


 

 

 

 

 

Doch dann hatte Friedbert endgültig gewonnen. „Du kannst sehr charmant sein, wenn du nur willst“ sagte sie mit einem Lächeln.
Friedbert war sehr glücklich über das Kompliment. Er würde nur noch charmant sein, versprach er sich selbst,
ohja ganz sicher würde er das, wenn er sie nur dadurch bekommen konnte! 

 


 

 

 

 

 

Sie gingen die Straße hinunter. Lenya fühlte sich in ihrer Aufmachung nicht ganz so wohl...
Doch Friedbert schien es nicht zu stören. Im Gegenteil... Also ging Lenya zum ersten Mal im Arbeitskittel in einen Nachtclub.

 

 

 


 

 

 

 

Friedbert nahm Lenya sachte in den Arm und sie tanzten abseits der wild tobenden Menge auf der Tanzfläche.
Und er schaffte es tatsächlich ihr nicht auf die Füße zu treten. Lenya fühlte sich wohl in seinen Armen – sehr wohl wenn sie ehrlich war...
Er hielt sie sanft und wiegte sich mit ihr im Takt der Musik. Lenya spürte seinen warmen Körper dicht an ihrem, seine Bewegungen, wie er atmete.
‚Lass es nicht aufhören’ dachte sie. ‚Lass es einfach nur nicht aufhören...’

 

 

 


 

 

 

 

Und Friedbert wurde so mutig sie ganz nah an sich heranzuziehen – und Bereiche zu erkunden,
von denen er genau spürte das sie sich unter dem Kittel verbargen und nur darauf warteten berührt zu werden.
Mit angehaltenem Atem ließ er seine Hände immer tiefer gleiten... und hoffte sich keine Ohrfeige einzuhandeln.
Wie heftig schlug sein Herz als sie es ihm gleichtat... und ihm tief in die Augen schaute.

 

 


 

 

 

 

Etliche Lieder später gingen Friedbert und Lenya in die warme Nacht hinaus.
„Es ist schon spät...“ flüsterte sie. „Ja, ich weiß...“ gab er leise zurück. Er wusste nicht was er sagen sollte. Er wollte nicht das sie ging.
Er sah in ihre dunkelbraunen Augen, die ihn magisch anzuziehen schienen.
„Werde... werde ich dich wiedersehen?“  „Möchtest du mich denn wiedersehen?“ gab sie zurück.
 

 


 

 

 

 

 

Seine Antwort kam ohne Worte aus.

 

 

 

Nächste Folge: Entscheidungen