Versprechen
Nervus wartete
bis Circe aus dem Haus war, dann griff er zum Telefon.
Die Sehnsucht trieb ihn – er vermisste Pascal. Pascal wollte so schnell er
konnte vorbeikommen,
so schnell es eben ging wenn man hochschwanger war. Nun musste Nervus nur noch
warten...

Pascal machte
sich sofort nach Nervus Anruf auf den inzwischen beschwerlichen Weg zum
Becker-Anwesen.
Er schimpfte leise auf seinen Bruder Lutz, der das Auto wieder in Beschlag
hatte, sicherlich nur um ein paar Miezen aufzureißen.
Pascal staunte nicht schlecht als ihm unterwegs Friedbert begegnete.

„Hey Bruderherz, wo kommst du denn her? Und was machst du für ein Gesicht?“ fragte Pascal.

Friedbert ließ
den Kopf hängen. „Ich bin ein Idiot.“
„Warum das denn?“ wunderte Pascal sich. Friedbert schluckte. Nun musste er mit
seinen Gefühlen heraus.

„Ich habe
gestern diese Frau kennengelernt...“ Die Worte sprudelten nur so aus Friedbert
heraus.
Wie sie sich unterhalten haben. Der Kuss zum Abschied. Seine Gefühle. Pascal
lächelte. Sein Bruder hatte sich verliebt.
„Und wo ist nun das Problem?“ „Sie hat durch ihr neues Teleskop in unsere
Richtung geguckt und ich....“

Pascal
verstand. Wäre nicht das erste Mal das sein Bruder die Nachbarn anraunzt.
„Oho, ich glaube du solltest endlich lernen wie man mit Frauen umgeht... So
jedenfalls nicht“ lachte Pascal.
„Glaubst du das sie dich auch mag?“ „Ich denke schon...“ antwortete Friedbert
unsicher.
„Dann ruf sie an und entschuldige dich. Dann wirst du schon sehen was
passiert.“

Pascal wandte
sich zum Gehen. „Ich werde mich in Zukunft zusammenreißen!“ rief ihm Friedbert
nach.
„Versprich das lieber deiner Freundin!“ rief Pascal zurück.

Endlich am Becker-Anwesen angekommen wurde Pascal sofort von Nervus in die Arme geschlossen. „Schatz, endlich.“

Wild küssten
sie sich. Und bemerkten nicht das sie beobachtet wurden.
„Soso. Mein kleines Testobjekt und diese kuriose Missgeburt. Hmmm....“

Nervus zog
Pascal hinter sich her in ein abgelegenes Zimmer.
„Hier stört uns niemand“ erklärte er. Er mochte Pascal gar nicht mehr loslassen,
so genoss er seine Nähe.

Pascal sah
Nervus in die Augen. „Schatz, würdest du mir eine Frage beantworten?“ „Was immer
du wissen willst...“
„Willst du mich heiraten?“
Nervus starrte Pascal an. „Du willst mich veräppeln.“

„Nein“
antwortete Pascal entschieden. „Ich meine das todernst.“ Er ließ sich langsam
auf ein Knie nieder und hielt Nervus ein Kästchen hin.
„Ich weiß zwar nicht mal deinen richtigen Namen, aber ... Nervus Subjekt, willst
du mich zu deinem Ehemann nehmen?“

Nervus brachte
kaum einen Ton heraus. „Mmmich? Wirklich?“ Pascal nickte.
Nervus nahm den Ring aus der Schachtel und streifte ihn sich über. „Ja...“
hauchte er. „Ohja, nichts lieber auf der Welt....“

Sie fielen sich in die Arme und Pascal weinte eine verstohlene Träne des Glücks.

Nervus lud Pascal zu sich aufs Bett ein und zog ihn an sich. „Ich war in meinem Leben noch nie so glücklich“ flüsterte er.

Er zog Pascal
noch näher an sich. „Ich möchte mit dir so gerne ... ich würde gern...“
stammelte er leise.
„Ich weiß“ erwiderte Pascal sanft, „aber im Moment kann ich nicht.“

„Aber ich kann
dich küssen“ sagte Nervus und setzte das hingebungsvoll in die Tat um.
Pascal fragte sich wie jemand, der kaum Liebe und Zuwendung in seinem Leben
erfahren hatte, so zärtlich sein konnte.

Spät in der
Nacht verabschiedete Pascal sich. „Morgen kommt das Kind.
Danach werde ich Platz im Haus schaffen und dich zu mir holen, versprochen.“
Nervus nickte stumm, zu groß war die Freude.
Morgen würden seine Träume wahr werden.

Nächste Folge: Fahrt ins Nichts